Empathie = Mitgefühl oder einfach Mitläufersyndrom??

IMG_0586Hallo Leute,

ich hatte nun seit dem letzten Blogeintrag eine Woche gelebt und mit mir ist wieder was passiert, was ich natürlich verarbeiten muss. Ich sage es jetzt- der Vorfall an sich ist nicht so dramatisch dennoch denke ich, dass sowas mich langsam echt an Menschen und deren Fähigkeiten zweifeln lässt.

Lange Rede kurzer Sinn- Ich wurde dieser Woche einfach mal so plump von einer Kollegin per Chat auf der Arbeit angeschrieben. Davor sahen wir uns kurz auf dem Weg von der Kantine ins Büro und sagten uns kurz Hallo.  Wie vielleicht  jemand von euch weiß, aus meinem 1.Blog hatte ich einen Todesfall in der Familie das mitten in der Prüfungsphase war. Die 3 Wochen die ich Urlaub nahm und nicht im Büro war waren vorbei und als ich zurück war und mich noch nicht ganz von den Geschehnissen erholt  hatte kam diese blöde Frage. Und zwar:

Kollegin:  Hey Illona, na mal wieder da? Wie geht’s denn?

Ich: Hey „Kollegin“ danke geht’s so

… nach ein paar Höflichkeitsfloskeln

Kollegin: Wo warst du?

Ich: Todesfall in der Familie, Stress, Trauer, Prüfungsabmeldung (mit Einzelheiten bzgl. der UNI)

Kollegin: Das tut mir leid.

Ich: Danke dir

(20 sec später)

Kollegin: Ich dachte du bist schwanger!

Ich: wasss? Wer sagt das, gib mir die Namen! (ich dachte mir auch waaaas? Wo ist der Kontext, was läuft bei dir falsch Mädel? )

Kollegin: das sah grade so aus, du hattest einen weiten Oberteil, daher.

Ich: das ist eine weiße Bluse eben. Muss nicht so Figurbetont sein schließlich sind wir im Büro. Du brauchst eine Brille!

Kollegin: —keine Antwort—

Warum besitzen manche Menschen nicht etwas mehr Taktgefühl? Oder Empathie und wenigstens versuchen die Gedanken schöner zu verpacken? Denn es kommt ja oft nicht darauf an was man sagen möchte, sondern wie man das ganze verpackt ohne jemandem zu verletzen oder in Verlegenheit zu bringen. Oder ist es tatsächlich leichter einfach mal so plump zu sein, wie die Mehrheit der jungen Leute die im Grunde mit dem Strom schwimmen und somit die zu den Mitläufern werden. Aber das Thema Mitläufer ist so massiv, dazu mache ich einen separaten Eintrag fertig. In dieser Situation hatte ich gemischte Gefühle.  Das war eher ein Salat aus Verwirrung, Zweifel, Fremdschämen und eine Priese Wut.

Warum Verwirrung? – weil ich dachte, dass ich im falschen Film bin. Habe ich vielleicht etwas falsch erklärt was man falsch interpretieren könnte? Sie steht kurz vor dem Akademischen Grad und hat nur Quatsch im Kopf. Ich werde es nie verstehen können, muss wohl nicht sein.

Warum Zweifel? – weil ich langsam an Menschen zweifle. Zweifel an Menschlichkeit, an deren Bereitschaft die Lage der anderen Personen nachzuvollziehen. Warum ist das denn so schwer? Ich denke es liegt daran, dass diese Personen es einfach nie zu Hause beigebracht bekommen haben oder bei Selbsterziehung nie gerafft haben sich zu benehmen.

Warum Fremdschämen? –  weil ich mir total verlegen vorkomme, wenn ich mir vorstelle, so eine Art Frage zustellen unmittelbar nach der Trauer-Besprechung.

Warum Wut? – weil ich dadurch nur Zeit verloren habe. Ich habe meine wertvolle Zeit mit blöden Kommentaren verbracht. Hätte ich mir sparen können.

Was lerne ich daraus? – nix. Leute bleiben so wie die sind. Ich kann nichts ändern. Ich kann lediglich ändern wie sie mich wahrnehmen und das sie bei mir deren Gedanken besser verpacken.  Nun ignoriere ich die Kollegin und das schlimmste ist, sie versteht auch nicht mal wieso…

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